Der in Pitten situierte Gemeindewasserleitungsverband Unteres- Pitten- und Schwarzatal versorgt über 15.000 Bürgerinnen und Bürger mit hochqualitativen Trinkwasser. Gerade im heurigen Rekordsommer stieg der Wasserverbrauch gegenüber normalen Jahren ganz wesentlich. Während an kühleren Julitagen eine Erzeugung im Bereich von ca. 3.000 m³ erforderlich ist, stieg dieser Wert an den heißesten Tagen bis auf ca. 5.800 m³. Die Trinkwasserförderung betrug im Juli 2015 137.000 m³, gegenüber 97.000 m³ im Jahr 2014. Aus der Abbildung erkennt man anschaulich den Zusammenhang zwischen Temperaturverlauf und Wasserförderung. Anzumerken ist, dass in der Nacht die Hochbehälter gefüllt werden und daher auch in Nacht gefördert wird, während am Tag ein Teil des Wassers aus den Hochbehältern kommt und die Spitzenverbräuche damit geglättet werden. Der starke Verbrauchsanstieg bei hohen Temperaturen ist neben dem höheren Bedarf der Bewohner, dem Bewässern von Gärten und öffentlichen Anlagen ganz wesentlich auch durch den höheren Bedarf der Viehzucht bedingt. Dabei ist zu berücksichtigen, dass eine Kuh bei einer Milchleistung von 32 kg/Tag bei einer Außentemperatur von 27 Grad mit ca. 123 l Wasser pro Tag um fast 20% mehr Wasser als bei einer Außentemperatur von 15 Grad benötigt. Demgegenüber benötigt ein gesunder Erwachsener 2- 3 l Trinkwasser pro Tag.
Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig, vorrausschauend zu agieren und durch laufende Investitionen in die Trinkwasserbrunnen, wie der neue Felix-Brunnen in Seebenstein, aber auch Neuerrichtungen und Sanierungen der Hochbehälter und maßgebliche Verbesserungen des Rohrleitungsnetzes, wie die im September in Betrieb gehende Verbindungsleitung von Seebenstein nach Natschbach/Lindgrub die Trinkwasserversorgung langfristig zu sichern. Die Bevölkerung wird so mit hoher Sicherheit und entsprechenden Reserven mit dem wichtigsten "Lebensmittel", dem Trinkwasser versorgt.
Durch die genannten Investitionen wird es zukünftig auch möglich sein, die mit Trinkwasser nicht gerade gesegnete Bucklige Welt, aber auch die Stadt Neunkirchen bei ihren Versorgungen maßgeblich zu unterstützen. Aber auch für einen längeren Stromausfall ist der Wasserleitungsverband gesichert. Durch ein Notstromaggregat bei der Ursulaquelle ist es in einem solchen Fall möglich, über 95% der Bevölkerung weiterhin über das normale Leitungsnetz mit Trinkwasser zu versorgen.
Leitungswasser ist auch gesund: Die Prüfer der deutschen Stiftung Warentest mussten bei den untersuchten stillen Mineralwässern ordentlich schlucken: Entweder hatten die getesteten Produkte zu wenige Mineralstoffe oder geschmackliche Fehler oder sie waren nicht für immunschwache Menschen geeignet. Jedes der getesteten Wässer hatte irgendeinen Mangel. Am auffälligsten war für die Tester allerdings der extrem geringe Mineralstoffgehalt bei zwei Drittel der stillen Wässer. Einige bieten sogar weniger Mineralstoffe als Leitungswasser.
Grundsätzlich rät die Stiftung Warentest, sich das Wasserschleppen zu sparen und Leitungswasser zu trinken. Der Konsument könnte sich so viel Geld sparen. Denn wer jeden Tag zwei Liter Leitungswasser trinkt, zahlt dafür im Jahr weniger als 1,5 Euro. Im Supermarkt gibt es dafür nur ein paar wenige Flaschen. Und auch gesundheitlich ist Leitungswasser unbedenklich: Wasser aus dem Hahn ist eines der am strengsten kontrollierte Lebensmittel.
Vergleich von Trinkwassererzeugung und Temperaturverlauf 2015 mit 2014
Betriebsleiter Andreas Treitler erläutert Obmann Dr. Günter Moraw den Wasserverbrauch

Obmann Dr. Günter Moraw und Betriebsleiter Andreas Treitler bei der in Bau befindlichen Drucksteigerung zum Lindgruber Hochbehälter