Musikschule im Aufwind: Von der lokalen Schule zum regionalen Bildungszentrum
In der regionalen Musikschullandschaft bewegen sich die Dinge mit hohem Tempo. Am Montag, dem 6. Juli 2026, fand in Pitten die konstituierende Sitzung des neuen Gemeindeverbandes der Musik- und Kunstschule Thermenland statt. Durch die Bündelung der Franz Schubert Regional-Musikschule, der Gemeindemusikschule Katzelsdorf/Lanzenkirchen und der von Paradis Musikschule entsteht unter dem Namen „Musik- und Kunstschule Thermenland – Pitten-Schwarza-Leitha“ eines der bedeutendsten Bildungsnetzwerke für 11 Gemeinden.
Im Rahmen dieser konstituierenden Sitzung wählten die Gemeindevertreter Herrn Hofrat Ing. Ewald Grof zum neuen Verbandsobmann sowie Herrn Vizebürgermeister Mag. Stephan Ernst zum Obmann-Stellvertreter.
Ein starkes Netzwerk für die Region
Dieses Projekt ist ein herausragendes Beispiel für das gelebte Prinzip der direkten Zusammenarbeit von Gemeinden, von dem alle Beteiligten profitieren. Unser gemeinsames Ziel ist es, die hohe Qualität der musikalischen Ausbildung dauerhaft sicherzustellen und gleichzeitig Synergien bestmöglich zu nutzen. Durch die Eingliederung entstehen völlig neue Möglichkeiten in der Organisation, im Unterrichtsangebot, in der Ensemblearbeit und der Verwaltung. Davon profitieren vor allem die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte an allen Standorten.
Hintergrund dieses notwendigen Schrittes ist das neue NÖ Musikschulgesetz, welches für den Erhalt von Landesförderungen eine Mindestgröße von 300 geförderten Wochenstunden vorschreibt. Mit knapp über 600 geförderten Stunden ist der neue Verband nicht nur gesetzlich hervorragend abgesichert, sondern schafft auch völlig neue kreative Freiräume.
Beständigkeit vor Ort, höchste Qualität und verlässliche Perspektiven
Für die Familien bleibt das Wichtigste unverändert: Durch die intensive Zusammenarbeit der Gemeinden können wir gewährleisten, dass der Musikunterricht auch in Zukunft direkt vor Ort angeboten wird. Kurze Wege für die Musikschülerinnen und -schüler bleiben garantiert. Diese Kooperation bietet Stabilität und schafft eine verlässliche Perspektive für die kommenden Jahre, sodass Familien weiterhin auf dieses wichtige Bildungsangebot vertrauen können.
Gleichzeitig setzt der neue Verband auf höchste pädagogische Standards. Die Finanzierung steht dabei auf drei stabilen Säulen (Drittellösung): Die Kosten werden zu jeweils einem Drittel vom Land Niederösterreich, den Gemeinden (um die Bildung leistbar zu halten) und den Elternbeiträgen gedeckt. Der Verband stellt sicher, dass dieses Modell effizient genutzt wird und jeder investierte Euro direkt der künstlerischen Ausbildung der Jugend zugutekommt.
Stimmen zur neuen Musikschul-Landschaft
Hofrat Ing. Ewald Grof, Verbandsobmann: „Hier übernimmt nicht eine große Einrichtung die kleineren, sondern wir bündeln unsere Erfahrungen, Erfolge und Stärken, um gemeinsam etwas Neues zu formen. Mit zukünftig rund 1.200 Schülerinnen und Schülern gewinnen wir eine Strahlkraft, die uns völlig neue Projektgrößen und kreative Spielräume ermöglicht. Für Familien und unser Lehrpersonal bedeutet dies absolute Sicherheit: Alle bisherigen Unterrichtsstandorte in den Verbandsgemeinden bleiben aktiv bestehen und die Dienstverträge bleiben aufrecht.“ |
Bgm.in Waltraud Ungersböck, bisherige Obfrau der von Paradis Musikschule: „Der Zusammenschluss ist ein wichtiger Schritt für die Absicherung unseres Musikschulangebots. Für uns bedeutet dies weiterhin hohe Unterrichtsqualität und leistbares Angebot vor Ort und neue großartige Möglichkeiten für unsere Schülerinnen und Schüler. Ich freue mich sehr, dass wir diesen Weg in eine gemeinsame musikalische Zukunft gehen und damit für unsere Familien ein nachhaltiges Angebot absichern können!“ |
Dir. Andreas Schöberl, Musikschulleiter: „Für die rund 20.000 Einwohnerinnen und Einwohner im Alter von 6 bis 99 Jahren unserer Region bricht eine neue Ära der musikalischen Vielfalt an. Durch den Zusammenschluss profitieren unsere Schülerinnen und Schüler von einer deutlich höheren Fächervielfalt. Zukünftig können wir beinahe alle Instrumentalfächer anbieten – von Kontrabass und Oboe über Hackbrett bis hin zur Steirischen Harmonika. Die neue Größe des Verbandes stärkt vor allem das gemeinsame Musizieren und eröffnet völlig neue Möglichkeiten in der Ensemblearbeit sowie für Chöre, Bands und Orchester. Als besonderes Highlight wird zudem das Fach Musical fix im Lehrplan verankert. Welches Potenzial in diesem Bereich steckt, bewies erst kürzlich der umjubelte Erfolg der Produktion „Oliver!“ der Musikschule Katzelsdorf. Der neue Verband blickt nun hochmotiviert in eine klangvolle gemeinsame Zukunft.“ |
Fakten zur neuen Musikschul-Kooperation
Kategorie | Details |
Mitgliedsgemeinden | Bad Erlach, Breitenau, Bromberg, Katzelsdorf an der Leitha, Lanzenkirchen, Pitten, Scheiblingkirchen-Thernberg, Schwarzau am Steinfeld, Seebenstein, Walpersbach und Warth. |
Standorte | Hauptsitz in Pitten (Auf der Schmelz 62) sowie 10 weitere Außenstellen. |
Schülerinnen und Schüler | ca. 1.200 |
Lehrende | Rund 50 Pädagoginnen und Pädagogen |
Unterrichtsumfang | Knapp über 600 geförderte Wochenstunden |
Neues Fächerangebot | Zusätzliches regionales Angebot für Instrumente wie Harfe, Steirische Harmonika, Hackbrett, Oboe, Cello, Kontrabass sowie das Fach Musical. |
Pitten, am 7. Juli 2026
Am Foto zu sehen (von links nach rechts):

1. Reihe
Karl Seidl (Vorstandsmitglied, Vizebürgermeister, Schwarzau am Steinfeld), Michaela Walla (Vorstandsmitglied, Bürgermeisterin, Warth), Stephan Ernst (Obmann-Stellvertreter, Vizebürgermeister, Katzelsdorf an der Leitha), Waltraud Ungersböck (Bürgermeisterin, Scheiblingkirchen/Thernberg), Ewald Grof (Verbandsobmann, Seebenstein), Andreas Schöberl (Leiter der Musikschule), Evelyn Artner (Bürgermeisterin, Schwarzau am Steinfeld), Bernhard Karnthaler (Vorstandsmitglied, Bürgermeister, Lanzenkirchen)
2. Reihe
Harald Wrede (Vizebürgermeister Bad Erlach), Peter Lielacher (Bürgermeister, Walpersbach), Günter Haller (Vizebürgermeister, Seebenstein), Robert Kwas (Vorstandsmitglied, Bürgermeister, Breitenau), Josef Schrammel (Vorstandsmitglied, Bürgermeister, Bromberg)
3. Reihe
Stefanie Domnanits (Vorstandsmitglied, Pitten), Michael Maier (Vorstandsmitglied, Breitenau), Helmut Berger (Bürgermeister, Pitten,) Michael Nistl (Bürgermeister, Katzelsdorf)
Vorstandsmitglieder nicht am Bild
Christoph Elian (Vorstandsmitglied, Walpersbach), Bernhard Treibenreif (Vorstandsmitglied, Bad Erlach)
Der Musikschulverband räume das Recht ein, das übersandte Bildmaterial honorarfrei für die redaktionelle Berichterstattung in Print und Online zu nutzen. Es wird bestätige, dass der Musikschulverband Inhaber aller Rechte am Bildmaterial ist.“